Bei depressiven Patienten kann Psychotherapie wohl langfristig helfen, ein Rezidiv zu verhindern. Nach Remission der Depression scheint eine psychologische Begleittherapie eine gute Alternative zur Dauermedikation zu sein.

[jg] Um bei depressiven Patienten langfristig einen Rückfall in die Depression zu verhindern, ist derzeit die Dauermedikation mit Antidepressiva eines der Mittel der Wahl. Eine Metaanalyse legt jedoch nahe, dass Psychotherapie eine gute Alternative hierzu sein könnte. In der Analyse erhöhte sich das Rezidivrisiko nicht, wenn die Antidepressiva ausgeschlichen wurden und parallel dazu eine psychologische Begleittherapie stattfand.

Langfristige Nachbehandlung mit Antidepressiva vs. Psychotherapie

In die Metaanalyse wurden vier randomisierte klinische Studien mit insgesamt 714 Patienten einbezogen, deren Depression sich in vollständiger oder partieller Remission befand. Die Probanden erhielten während einer durchschnittlichen Nachbehandlungs- und Nachbeobachtungszeit von 15 Monaten entweder Antidepressiva oder eine psychologische Begleittherapie, z. B. achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie. Die psychologische Begleittherapie fand parallel zum Ausschleichen der Medikation statt und/oder nach Ende des Ausschleichprozesses.

Keine Unterschiede bei Therapieergebnis und Rezidivrisiko

Zwischen den beiden Gruppen zeigten sich weder signifikante Unterschiede im Therapieergebnis noch im Rezidivrisiko. Selbst bei Patienten mit schlechter klinischer Prognose, bei denen beispielsweise noch starke Restsymptome bestanden oder die bereits mindestens ein Rezidiv durchlebt hatten, wurde kein erhöhtes Rezidivrisiko der Psychotherapie-Gruppe im Vergleich zur Antidepressiva-Gruppe festgestellt. Damit könnte die psychologische Begleittherapie eine gute Alternative zur medikamentösen Langzeittherapie sein.

Quellen: Medical Tribune, Originalstudie auf JAMA Psychiatry