In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt der Ernährungsempfehlungen auf purinfreien Lebensmitteln. Auf der Basis aktueller Erkenntnisse und Erfahrungswerte haben sich die Empfehlungen für das Krankheitsbild der Gicht vom Grundsatz geändert.

Für das Auftreten eines Gichtanfalls ist eine genetische Disposition entscheidend. Ihm liegt eine verminderte Harnsäureausscheidung zugrunde. Allerdings treten die Gichtsymptome erst in Kombination mit einer einseitigen und vielfach kalorienreichen Ernährung auf. Insbesondere Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Purinen nehmen einen folgenschweren Einfluss.

Purine sind Elemente der Erbsubstanz und finden sich vor allem in den Zellkernen. Auch Adenosintriphosphat (ATP), der Energieüberträger der Zellen, besitzt ein Puringerüst, ebenso wie zahlreiche Botenstoffe und Coenzyme. Der Körper kann Purine selbst herstellen, bezieht aber einen großen Teil aus der Nahrung. Es sind allerdings nicht die Purine selbst, die zu einem Gichtanfall führen können, sondern ursächlich ist es die Harnsäure, das Abbauprodukt der Purine. Diese fällt an, wenn körpereigene oder mit der Nahrung zugeführte Zellen im Stoffwechsel zerlegt werden.